Bevor in Oekolo die ersten Schulgebäude entstehen konnten, mussten wir einige weniger sichtbare Fragen klären. Was liegt unter der Erdoberfläche? Wie gelangen die Baumaterialien auf das Gelände? Und wohin fliesst das Wasser bei starkem Regen?

Aus diesen Fragen wurde ein eigenes, umfangreiches Bauprojekt. Rund drei Wochen lang war ein Sieben-Tonnen-Bagger im Einsatz, auch über Weihnachten. Lastwagen transportierten Aushub ab und brachten mineralisches Auffüllmaterial. Eine neue Zufahrtsstrasse entstand. Dabei überraschte uns der Boden, der Regen zeigte Schwachstellen unserer ersten Vorbereitungen auf, und die Koordination beanspruchte fast ebenso viel Aufmerksamkeit wie das Baggern selbst.

Entstanden ist die Grundlage für unsere Schulerweiterung: eine Zufahrt, vorbereitete Bauflächen und eine Entwässerung, die auf das Gelände abgestimmt ist.

Viel mehr Humus als erwartet

Wir hatten damit gerechnet, unter dem fruchtbaren Oberboden relativ schnell auf steinigeren Untergrund zu stossen. An manchen Stellen wurde das Erdreich beim Graben tatsächlich zunehmend steiniger. Anderswo kam einfach weiter dunkle Erde zum Vorschein. Eine Schicht nach der anderen, stellenweise bis mehr als zwei Meter unter die Oberfläche.

Besonders auffällig war das beim geplanten Sportplatz. Hier hatte sich offenbar über längere Zeit Erde angesammelt, die von den höher gelegenen Flächen heruntergeschwemmt worden war.

Für Pflanzen kann dieses Material wertvoll sein. Für den Bau stellte uns die mächtige Bodenschicht jedoch vor ein Problem, das eine andere Lösung verlangte als ursprünglich vorgesehen.

Wir verglichen verschiedene Möglichkeiten: das gesamte Material entfernen, Pfähle einsetzen oder nur bestimmte Bereiche tiefer ausheben. Schliesslich entschieden wir uns für einen tieferen Aushub entlang des gesamten äusseren Randes, um dort eine durchgehende Fundamentmauer zu erstellen. Im Inneren hoben wir weniger tief aus.

Je nach Geländehöhe füllten wir den eingefassten Bereich anschliessend mit etwa 50 Zentimetern bis 1,2 Metern mineralischem Material auf. Dieses lokal verfügbare Gemisch enthält feine und grobe Bestandteile bis hin zu grösseren Steinen. Um es heranzuschaffen und einzubauen, waren zahlreiche Lastwagenladungen nötig.

Die unerwartet tiefe Erdschicht veränderte sowohl den Arbeitsaufwand als auch die Reihenfolge der Arbeiten.

Wohin mit all der Erde?

Beim Aushub entsteht gleich die nächste Aufgabe: Alles, was herauskommt, braucht einen neuen Platz.

Wir boten die fruchtbare Erde in der Nachbarschaft an. Überraschenderweise war das Interesse gering, selbst dort, wo die Gärten steinig waren. Weshalb das so war, konnten wir nicht klären.

Einen grossen Teil der Erde verteilten wir auf unserem eigenen Grundstück. Damit ebneten wir eine bereits relativ flache Fläche weiter ein. Stellenweise ist die aufgeschüttete Erdschicht nun mehr als drei Meter mächtig.

Anderes Aushubmaterial wurde abgeführt. Wir schätzen, dass zwischen 50 und 100 Lastwagenladungen das Gelände verliessen. Da es in der Nähe keine ausgewiesene Ablagerungsstelle gab, mussten wir für jede Verwendung eine passende Lösung finden. Einige Nachbarn nahmen gerne Material an, um Flächen auf ihrem Land zu erweitern oder auszugleichen.

Um die Kosten tief zu halten, verwendeten wir vorhandenes Material möglichst vor Ort weiter, sofern es dafür geeignet war. Lastwagen organisierten wir nach Bedarf, statt ständig einen auf Abruf bereitzuhalten.

So wurde der Aushub zu einer laufenden Koordinationsaufgabe. Effizient graben konnten wir nur, wenn gleichzeitig ein Transport und ein geeigneter Abladeort verfügbar waren.

Eine Strasse, die Handarbeit erleichtert

Die neue Zufahrtsstrasse ist ungefähr 130 Meter lang. Ihr Verlauf hat einen klaren Zweck: Sie führt zu einem Ablade- und Lagerplatz, der mindestens so hoch liegt wie das oberste Gebäude.

Diese Höhenlage macht während des gesamten Baus einen Unterschied. Sand, Steine, Zement und andere Materialien können oberhalb der Arbeitsbereiche abgeladen werden. Ein grosser Teil des anschliessenden Transports von Hand führt dadurch bergab.

Auf einer Baustelle, auf der so vieles von Hand bewegt wird, wirkt sich die Lage des Abladeplatzes jeden Tag aus. Eine anfangs etwas aufwendigere Zufahrt erspart während der Bauzeit viele mühsame Transporte bergauf.

Für die Strasse trugen wir den Oberboden ab und brachten mineralisches Material von einer rund 600 Meter entfernten Abbaustelle ein. Dass geeignetes Material so nahe verfügbar war, war ein grosser Vorteil. Einfach wurde die Arbeit dadurch allerdings nicht.

Der Bagger wurde an der Abbaustelle gebraucht, um die Lastwagen zu beladen. Wenn ein Lastwagen auf dem Schulgelände abkippte, war die Maschine deshalb anderswo im Einsatz. Vieles musste von Hand verteilt werden.

Wenn Bagger, Lastwagen und Team zusammenpassen müssen

Mit dem gemieteten Bagger konnten wir Arbeiten angehen, die sonst kaum zu bewältigen gewesen wären. Gleichzeitig wurde eine gute Abstimmung umso wichtiger.

Die Maschine, die Lastwagen und die Menschen vor Ort mussten zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Vereinbarte Ankunftszeiten bedeuteten nicht immer, dass die Lastwagen tatsächlich dann eintrafen. Unterbrüche wirkten sich schnell auf den gesamten Ablauf aus.

Das brachte uns zeitweise an unsere Grenzen. Wenn eine gemietete Maschine wartet und mehrere Arbeiten von ihr abhängen, verursacht eine ausgebliebene Lieferung oder Abholung unmittelbar Kosten. Alle Beteiligten bemühten sich, die Arbeiten voranzubringen. Am Ende konnten wir den Baggereinsatz erfolgreich abschliessen, doch die Koordination war anspruchsvoll.

Auch der Treibstoff musste organisiert werden. Weit entfernt von einer Tankstelle braucht es einiges an Vorbereitung, um einen Sieben-Tonnen-Bagger durchgehend mit Diesel zu versorgen.

Ein besonderer Dank gilt Emanuel, der uns als Volunteer sowohl als Baggerführer als auch bei den Bauarbeiten unterstützte. Gerade in dieser intensiven Phase, in der wir auch über Weihnachten weiterarbeiteten, war sein Einsatz besonders wertvoll.

Selbst mit Bagger blieb manches mühsame Handarbeit. Grössere Steine mussten weiterhin mit dem Hammer zerschlagen werden. Und sobald Regen die Erde durchnässte, blieb sie in der Baggerschaufel kleben. Das machte jeden Arbeitsgang weniger effizient. Erde zu bewegen wird zu einer ganz anderen Aufgabe, wenn ein grosser Teil davon die Schaufel nicht mehr verlassen will.

Der Regen zeigte, was der Strasse noch fehlte

Schon die ersten Regenfälle machten deutlich, dass ein mineralischer Strassenaufbau allein nicht genügte.

Dort, wo das Wasser die Strasse queren wollte, vernässte der Untergrund. Selbst wenig Regen konnte weiche, schlammige Stellen verursachen. Auch das steinige Material half nicht weiter, solange dem Wasser ein geeigneter Abfluss fehlte.

Deshalb bauten wir zwei massive Durchlässe aus Stahlbeton, durch die das Wasser unter der Zufahrt hindurchfliessen kann. Verglichen mit den Gebäuden sind es kleine Bauwerke. Für eine dauerhaft nutzbare Strasse spielen sie jedoch eine wichtige Rolle.

Zusätzlich entwickelten wir eine umfassendere Entwässerung mit Kanälen entlang grosser Teile des Grundstücks. In der Regenzeit können innerhalb kurzer Zeit enorme Wassermengen zusammenkommen. Dieses Wasser braucht Wege durch das Gelände, die es von den künftigen Nutzflächen fernhalten und sicher ableiten.

Den Aufwand dafür hatten wir unterschätzt. Als der Regen auf die frisch bearbeiteten Flächen traf, wurde die Entwässerung zu einer dringenden Aufgabe.

Später wurde die fertige Strasse von grossen Lastwagen mit rund 30 Tonnen Gewicht befahren, auch bei nassen Verhältnissen. Nach all der Arbeit an Zufahrt und Entwässerung war es ein wichtiger Moment, diese Fahrzeuge bis zum Abladeplatz fahren zu sehen.

Die Kinder erleben, wie ihre Schule entsteht

Auch die Kinder konnten mitverfolgen, was auf dem Gelände geschah, und bei kleinen, altersgerechten Aufgaben mithelfen.

Dabei ging es ums Mitmachen und Entdecken. Schwere Bauarbeiten übernahmen sie selbstverständlich nicht. Sie konnten beobachten, wie ihre neue Schule entstand, und selbst einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Zwischen Baggern, Materiallieferungen und Bauplänen stellten solche Momente die Verbindung zu den Kindern her, die diese Gebäude später nutzen werden.

Arbeiten, die unseren Zeitplan veränderten

Das Bewilligungsverfahren und die zusätzlichen Entwässerungsarbeiten wirkten sich deutlich auf den Zeitplan aus. Der Baustart verschob sich um ungefähr einen Monat. Insgesamt geriet das Bauprogramm um rund zwei Monate in Verzug.

Das war frustrierend. Gleichzeitig liessen sich diese Arbeiten nicht sinnvoll auf später verschieben. Hätten wir mit den Gebäuden weitergemacht, während die Zufahrt noch anfällig und die Entwässerung ungelöst war, hätten uns diese Probleme auch in den nächsten Bauphasen begleitet.

Die Kanäle, Durchlässe und die vorbereitete Strasse sind eine bedeutende Investition. Vieles davon wird kaum mehr auffallen, sobald die Schulzimmer und die Unterkunft fertig sind. Doch genau diese Arbeiten ermöglichen Materiallieferungen, sichern die Zufahrt und helfen, die starken Regenfälle zu bewältigen.

Auch unser Verständnis des Grundstücks hat sich verändert. Was zunächst nach einem relativ unkomplizierten Baugelände aussah, barg tiefe Erdablagerungen, schwierige Arbeitsbedingungen und Wasserläufe, deren Bedeutung erst während der Arbeiten vollständig sichtbar wurde.

Oekolo für den Bau vorzubereiten hiess, diese Bedingungen genau kennenzulernen und unsere Pläne daran anzupassen. Die Gebäude werden das sichtbare Ergebnis der Erweiterung sein. Möglich wurde ihr Bau durch die bewegte Erde, die neue Zufahrt und den Platz, den wir dem Wasser gegeben haben.