Als ich zum ersten Mal auf dem Schulgelände übernachtete, schlief ich in einem Zelt. Es gab keinen Stromanschluss, keine Wasserversorgung und eine Internetverbindung, über die manchmal kaum eine einfache WhatsApp-Nachricht durchkam.
Heute kann ich in einem solarbetriebenen Büro arbeiten, mit schnellem Internet und der Möglichkeit, die allgegenwärtige Feuchtigkeit zu kontrollieren. Bis dahin waren viele Verbesserungen nötig. Jede davon löste ein Problem, das unseren Alltag zuvor geprägt hatte.
Lange konnte eine wichtige Arbeit bedeuten, dafür fünf bis sechs Stunden in die Stadt fahren zu müssen. Selbst nachdem die Schule einen Stromanschluss erhalten hatte, machten tagelange Ausfälle und unzuverlässiges Internet eine verlässliche Planung schwierig.
Die jüngsten Verbesserungen haben das verändert. Solarmodule, eine Powerstation als Batteriespeicher, Starlink und ein trockeneres, besser abgedichtetes Büro geben uns nun etwas, auf das wir seit Jahren hingearbeitet haben: die Freiheit, an der Schule zu bleiben und hier unsere Arbeit erledigen zu können.
Ein Anschluss allein reicht noch nicht
Als wir hier anfingen, fehlten Stromanschluss und Wasserversorgung. Das Internet war kaum nutzbar. Selbst eine einfache WhatsApp-Nachricht zu versenden, konnte schwierig sein. Anfangs schlief ich im Zelt, während wir nach und nach die Infrastruktur aufbauten.
Schritt für Schritt wurde es besser. Doch ein Stromanschluss bedeutete noch lange keine zuverlässige Stromversorgung.
Stromausfälle sind weiterhin häufig und dauern teilweise länger als 24 Stunden. Wann der Strom zurückkommt, ist oft kaum in Erfahrung zu bringen. Beim Internet war die Unsicherheit ähnlich: Manchmal funktionierte die Verbindung, dann war sie wieder zwei Tage lang praktisch unbrauchbar.
Für die Projektleitung ging es dabei um weit mehr als Komfort. Gesprächstermine, Abgabefristen oder Arbeiten mit einer stabilen Internetverbindung liessen sich nur schwer planen, wenn weder auf Strom noch auf Internet Verlass war.
Damit das Wichtigste weiterläuft
Unsere Solaranlage und die Powerstation versorgen heute die wichtigsten Geräte im Büro: Laptops, Handys zum Aufladen, die Beleuchtung und Starlink.
Die Anlage ist gezielt auf das Büro ausgelegt. Sie versorgt nicht die gesamte Schule mit Solarstrom. Indem wir uns auf das konzentriert haben, was wir zum Arbeiten brauchen, konnten wir mit einer vergleichsweise kleinen Anlage viel Unabhängigkeit gewinnen.
Für diese grundlegenden Anwendungen reicht der Batteriespeicher aus, um mindestens 24 Stunden ohne Sonnenschein weiterzuarbeiten. Bei den üblichen Wetterverhältnissen liefern die Solarmodule genügend Energie nach, sodass wir dafür nur noch selten Netzstrom benötigen.
Ebenso deutlich spüren wir den Unterschied durch Starlink. Wo früher selbst einfache Kommunikation unsicher war, haben wir heute eine schnelle, stabile Verbindung. Da Starlink an der Powerstation angeschlossen ist, fällt bei einem Stromausfall auch das Internet nicht mehr sofort aus.
Beide Verbesserungen ergänzen sich. Zuverlässiges Internet bringt viel mehr, wenn auch die Geräte, die es bereitstellen, durchgehend laufen können.
Die unerwartete Kehrseite des kühleren Klimas
Die Lage in den Bergen hat einen offensichtlichen Vorteil: Es ist kühler als im Tiefland. Unterschätzt hatten wir allerdings, wie stark die Feuchtigkeit den Alltag in den Innenräumen prägt.
Selbst bei sonnigem Wetter in der Trockenzeit zeigten unsere Messgeräte nicht weniger als etwa 70 Prozent relative Luftfeuchtigkeit an. Werte über 80 Prozent waren häufig, und in den Innenräumen massen wir regelmässig 85 bis 90 Prozent. Auch Nebel gehört hier zum Alltag.
Diese Zahlen werden schnell spürbar. Kleider und andere Textilien riechen muffig. Matratzen und Rucksäcke fühlen sich feucht an. An den Wänden entstehen Schimmelflecken.
Die kühleren Temperaturen machen das nicht unbedingt angenehmer. Bei etwa 20 Grad kann sich ein feuchter Pullover überraschend kalt anfühlen. Im Raum ist es zwar nicht heiss, aber richtig trocken wird trotzdem kaum etwas.
Die Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen, war deshalb ein wichtiger Schritt, um das Büro gut nutzen zu können.
Wer die Luft trocknen will, muss auch die Spalten schliessen
Mit einem Luftentfeuchter hatten wir bereits gute Erfahrungen gemacht. Allerdings erwärmt er den Raum zusätzlich, was in wärmeren Phasen unangenehm werden kann.
Die Klimaanlage gab uns eine weitere Möglichkeit, Feuchtigkeit zu entfernen und gleichzeitig die Temperatur zu regulieren. Bei den ersten Einsätzen sank die angezeigte Luftfeuchtigkeit im Büro teilweise innerhalb von fünf bis zehn Minuten von rund 80 auf 45 Prozent. Das war eine erfreuliche erste Beobachtung. Ein Messwert an einer Stelle bedeutet allerdings nicht, dass auch sämtliche Wände, Textilien und Gegenstände genauso schnell trocken werden.
Mit der Installation rückte auch das Gebäude selbst in den Fokus.
Durch Spalten rund um die Türen strömte Aussenluft herein, besonders bei Wind. Den Raum zu entfeuchten, während ständig neue feuchte Luft nachkommt, hätte bedeutet, immer wieder dieselbe Arbeit zu leisten.
Geeignete Türlösungen und Dichtungen vor Ort zu finden, erwies sich als schwierig. Schliesslich bestellten wir Dichtungen aus Java und verschlossen die unerwünschten Spalten.
Klimaanlage und Abdichtung gehören zusammen: Die eine entzieht der Raumluft Feuchtigkeit, die andere begrenzt das unkontrollierte Nachströmen feuchter Aussenluft.
An sonnigen Tagen liefern die Solarmodule sogar genügend Strom für die Klimaanlage. Das übertraf unsere Erwartungen an eine Anlage, die ursprünglich vor allem für die wichtigsten Bürogeräte gedacht war. Der Batteriespeicher kann die Klimaanlage deshalb nicht unbegrenzt versorgen. Doch wenn genügend Sonnenenergie verfügbar ist, können wir sie auch für einen angenehmeren Arbeitsplatz nutzen.
Eine kleine Oase zum Arbeiten
Die grösste Veränderung ist die Freiheit, einen Arbeitstag planen zu können, ohne zuerst überlegen zu müssen, ob die Infrastruktur mitspielt.
Ein Stromausfall unterbricht die Arbeit nicht mehr automatisch. Eine wichtige Aufgabe im Internet bedeutet nicht mehr, eine Fahrt in die Stadt in Betracht ziehen zu müssen. Ich kann dort bleiben, wo das Projekt stattfindet, und mehr Zeit in die eigentliche Arbeit investieren.
Die gesamte Schule ist damit noch nicht unabhängig vom Stromnetz. Doch für das Büro und seine wichtigsten Geräte haben wir eine Unabhängigkeit erreicht, die den Alltag erheblich erleichtert.
Vom Zelt, in dem ich anfangs schlief, bis zum heutigen Arbeitsplatz hat sich unglaublich viel verändert. An einem Ort, an dem früher schon das Versenden einer Nachricht eine Herausforderung war, ist Schritt für Schritt unsere eigene kleine Arbeitsoase entstanden.

