Am 5. Juni 2025 erhielt unser Kindergarten in Kot’olin die Betriebsbewilligung, die sogenannte izin operasional. Mehr als ein Jahr lang hatten wir Unterlagen zusammengestellt, Empfehlungsschreiben eingeholt und bei den Behörden in Timor Tengah Selatan nachgefasst. Die Bewilligung war eine grosse Erleichterung und ein wichtiger Meilenstein für unsere Schule.
Eine Checkliste war erst der Anfang
Der Prozess begann am 2. März 2024 mit einer Liste von acht Anforderungen. Wir machten uns daran, die verlangten Unterlagen vorzubereiten, und hofften, damit einen klaren Fahrplan für das Gesuch zu haben.
Nach der Einreichung folgten weitere Anforderungen. Wir mussten zusätzliche Nachweise und Empfehlungsschreiben beschaffen. Bei manchen Punkten galt es zunächst zu klären, was genau verlangt wurde. Es folgten weitere Gespräche, neue Unterlagen und ein Besuch der zuständigen Stellen an unserer Schule.
Die Menschen, mit denen wir zu tun hatten, waren sehr freundlich und hilfsbereit. Ihre Unterstützung schätzten wir sehr. Schwierig war der Weg durch ein Verfahren, das wir als langsam und kompliziert erlebten. Zu Beginn war nicht immer ersichtlich, was alles benötigt würde. Ein abgeschlossener Schritt bedeutete deshalb nicht unbedingt, dass wir für den nächsten bereits vorbereitet waren.
Für eine kleine Schule an einem abgelegenen Ort bedeutet jeder zusätzliche Schritt Zeit und Koordinationsaufwand. Mit der Bewilligung fand dieses lange Verfahren einen erfolgreichen Abschluss. Wir danken unserem Team und den Mitarbeitenden der Behörden, die uns dabei unterstützt haben.
Die Akkreditierung ist ein eigener Schritt
Die Betriebsbewilligung und die Akkreditierung sind zwei unterschiedliche Verfahren. Wir befassten uns auch mit der Akkreditierung und stiessen dabei auf weitere Anforderungen.
Mitglieder unseres Teams mussten an Treffen und Veranstaltungen ausserhalb der Schule teilnehmen. Bei unserem kleinen Lehrpersonenteam war es schwierig, den Unterricht aufrechtzuerhalten, wenn mehrere Personen gleichzeitig fehlten. Die Anreise von unserem abgelegenen Standort nahm zusätzlich Zeit in Anspruch. Teilweise mussten wir die Schule sogar vorübergehend schliessen.
Dann erhielten wir eine 25-seitige Checkliste mit mehreren Hundert Punkten. Der Detailgrad und der damit verbundene Arbeitsaufwand gingen weit über das hinaus, was wir erwartet hatten.
Ein Schritt nach dem anderen
Das Ausmass dieser administrativen Anforderungen überwältigte mich. Unsere Schule war noch im Aufbau, und das Team setzte sich mit grossem Einsatz dafür ein, den Kindern verlässlichen Unterricht und eine gute Betreuung zu bieten. Gleichzeitig die Akkreditierung vorzubereiten, überstieg das, was wir uns zu diesem Zeitpunkt zutrauten.
Nach einer gemeinsamen Besprechung entschieden wir, die Akkreditierung auf eine spätere Runde zu verschieben. So wollten wir uns genügend Zeit nehmen, um die Vorbereitung sorgfältig anzugehen und den zusätzlichen Aufwand mit dem Schulalltag zu vereinbaren.
Die Betriebsbewilligung war ein Erfolg, den wir feiern durften. Sie zeigte uns auch, wie viel Arbeit ausserhalb des Schulzimmers nötig ist, damit sich eine Schule weiterentwickeln kann. Und wie sorgfältig ein kleines Team diese Aufgaben damit abstimmen muss, jeden Tag für die Kinder da zu sein.

