Nach Monaten der Suche, zahlreichen Besichtigungen und Gesprächen mit Familien rund um Kot’olin wurde ein vielversprechendes Grundstück endlich zu einer realistischen Option für unsere Schulerweiterung.

Der ursprünglich verlangte Preis hatte unser Budget überstiegen. Als die Verkäufer uns preislich entgegenkamen, konnten wir das Grundstück erneut in Betracht ziehen. Für dieses Entgegenkommen sind wir sehr dankbar. Ein Hektar Land an einem geeigneten Standort: Wir entschieden uns, diesen Schritt zu gehen.

Viel Platz, grosse Bäume und eine geschützte Lage

Was dieses Grundstück besonders macht, war schon bei der Besichtigung offensichtlich. Ein grosser Teil ist flach, was in der hügeligen Landschaft rund um Kot’olin keineswegs selbstverständlich ist. Der Boden ist fruchtbar, auf dem Gelände wachsen grosse Bäume, und die Umgebung ist wunderschön. Unterhalb der exponierten Hügelkuppen liegt das Grundstück zudem etwas geschützter.

Das Land liegt zentral in einem der Dorfteile von Kot’olin. Von praktisch überall im Dorf ist es mit dem Roller in ungefähr fünf Minuten erreichbar. Unsere bestehende Schule ist in Luftlinie nur wenige Hundert Meter entfernt, das neue Grundstück liegt allerdings rund 150 Höhenmeter tiefer.

Nach all den Grundstücken, die zu klein, zu steil oder zu weit von den Wohnorten der Kinder entfernt gewesen waren, war diese Kombination aus Platz und guter Lage ein grosser Schritt vorwärts.

Die nächste Aufgabe: die Unterlagen für das Landzertifikat

Mit der Entscheidung für das Grundstück begann ein neues Kapitel administrativer Arbeit. Uns wurde mitgeteilt, dass die Ausstellung des Landzertifikats etwa ein Jahr dauern könnte.

Bei einem Besuch auf dem Landamt, vor Ort als Pertanahan bekannt, zeigte man mir das verfügbare Kartenmaterial der Region. Vermessungsdaten waren kaum vorhanden. Das machte verständlicher, weshalb das Verfahren so viel Vorarbeit erforderte.

Wir begannen die Zusammenarbeit mit einem Notariat, das uns von mehreren Seiten empfohlen worden war, auch vom Landamt. Es hatte Erfahrung mit Grundstücken, die noch nicht offiziell vermessen worden waren. Wir baten das Notariat, uns zu bestätigen, sobald alle erforderlichen Unterlagen eingereicht waren, und zu klären, welche Voraussetzungen vor dem Baubeginn erfüllt sein mussten. Parallel dazu arbeiteten wir am Gesuch für die Baubewilligung.

Unterschriften, Stempel und ein Flug aus Sulawesi

Wie schon bei der Landsuche waren auch an diesem Verfahren Menschen beteiligt, die weit entfernt lebten. Eine Tochter des Verkäufers musste zum Unterschreiben aus Sulawesi anreisen. Die Kosten für ihren Flug übernahmen wir. Auch im weiteren Verlauf waren nochmals Unterschriften nötig.

Familienmitglieder, die nicht schreiben konnten, bestätigten die Dokumente mit ihrem Fingerabdruck. Insgesamt kamen zahlreiche Unterschriften und rund 30 bis 40 Stempel zusammen. Bei jedem Dokument musste sichergestellt werden, dass die richtigen Personen einbezogen und alle erforderlichen Schritte erledigt wurden.

Der Aufwand war so gross, dass wir jemanden für die Administration einstellten, der sich auch um diese Verfahren kümmert. Neben allem, was täglich in den Schulzimmern geschieht, braucht auch diese Arbeit Zeit und jemanden, der sich gezielt darum kümmert.