{"id":7018,"date":"2026-02-05T12:57:03","date_gmt":"2026-02-05T12:57:03","guid":{"rendered":"https:\/\/egi.education\/?p=7018"},"modified":"2026-09-23T08:34:54","modified_gmt":"2026-09-23T08:34:54","slug":"vom-zelt-zum-solarbuero-eine-kleine-oase-im-abgelegenen-timor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/egi.education\/de\/vom-zelt-zum-solarbuero-eine-kleine-oase-im-abgelegenen-timor\/","title":{"rendered":"Vom Zelt zum Solarb\u00fcro: Eine kleine Oase im abgelegenen Timor"},"content":{"rendered":"<p>Als ich zum ersten Mal auf dem Schulgel\u00e4nde \u00fcbernachtete, schlief ich in einem Zelt. Es gab keinen Stromanschluss, keine Wasserversorgung und eine Internetverbindung, \u00fcber die manchmal kaum eine einfache WhatsApp-Nachricht durchkam.<\/p>\n<p>Heute kann ich in einem solarbetriebenen B\u00fcro arbeiten, mit schnellem Internet und der M\u00f6glichkeit, die allgegenw\u00e4rtige Feuchtigkeit zu kontrollieren. Bis dahin waren viele Verbesserungen n\u00f6tig. Jede davon l\u00f6ste ein Problem, das unseren Alltag zuvor gepr\u00e4gt hatte.<\/p>\n<p>Lange konnte eine wichtige Arbeit bedeuten, daf\u00fcr f\u00fcnf bis sechs Stunden in die Stadt fahren zu m\u00fcssen. Selbst nachdem die Schule einen Stromanschluss erhalten hatte, machten tagelange Ausf\u00e4lle und unzuverl\u00e4ssiges Internet eine verl\u00e4ssliche Planung schwierig.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Verbesserungen haben das ver\u00e4ndert. Solarmodule, eine Powerstation als Batteriespeicher, Starlink und ein trockeneres, besser abgedichtetes B\u00fcro geben uns nun etwas, auf das wir seit Jahren hingearbeitet haben: die Freiheit, an der Schule zu bleiben und hier unsere Arbeit erledigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6828\" src=\"https:\/\/egi.education\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/office-improvement2.webp\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"1500\" \/><\/p>\n<h2>Ein Anschluss allein reicht noch nicht<\/h2>\n<p>Als wir hier anfingen, fehlten Stromanschluss und Wasserversorgung. Das Internet war kaum nutzbar. Selbst eine einfache WhatsApp-Nachricht zu versenden, konnte schwierig sein. Anfangs schlief ich im Zelt, w\u00e4hrend wir nach und nach die Infrastruktur aufbauten.<\/p>\n<p>Schritt f\u00fcr Schritt wurde es besser. Doch ein Stromanschluss bedeutete noch lange keine zuverl\u00e4ssige Stromversorgung.<\/p>\n<p>Stromausf\u00e4lle sind weiterhin h\u00e4ufig und dauern teilweise l\u00e4nger als 24 Stunden. Wann der Strom zur\u00fcckkommt, ist oft kaum in Erfahrung zu bringen. Beim Internet war die Unsicherheit \u00e4hnlich: Manchmal funktionierte die Verbindung, dann war sie wieder zwei Tage lang praktisch unbrauchbar.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Projektleitung ging es dabei um weit mehr als Komfort. Gespr\u00e4chstermine, Abgabefristen oder Arbeiten mit einer stabilen Internetverbindung liessen sich nur schwer planen, wenn weder auf Strom noch auf Internet Verlass war.<\/p>\n<h2>Damit das Wichtigste weiterl\u00e4uft<\/h2>\n<p>Unsere Solaranlage und die Powerstation versorgen heute die wichtigsten Ger\u00e4te im B\u00fcro: Laptops, Handys zum Aufladen, die Beleuchtung und Starlink.<\/p>\n<p>Die Anlage ist gezielt auf das B\u00fcro ausgelegt. Sie versorgt nicht die gesamte Schule mit Solarstrom. Indem wir uns auf das konzentriert haben, was wir zum Arbeiten brauchen, konnten wir mit einer vergleichsweise kleinen Anlage viel Unabh\u00e4ngigkeit gewinnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese grundlegenden Anwendungen reicht der Batteriespeicher aus, um mindestens 24 Stunden ohne Sonnenschein weiterzuarbeiten. Bei den \u00fcblichen Wetterverh\u00e4ltnissen liefern die Solarmodule gen\u00fcgend Energie nach, sodass wir daf\u00fcr nur noch selten Netzstrom ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Ebenso deutlich sp\u00fcren wir den Unterschied durch Starlink. Wo fr\u00fcher selbst einfache Kommunikation unsicher war, haben wir heute eine schnelle, stabile Verbindung. Da Starlink an der Powerstation angeschlossen ist, f\u00e4llt bei einem Stromausfall auch das Internet nicht mehr sofort aus.<\/p>\n<p>Beide Verbesserungen erg\u00e4nzen sich. Zuverl\u00e4ssiges Internet bringt viel mehr, wenn auch die Ger\u00e4te, die es bereitstellen, durchgehend laufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Die unerwartete Kehrseite des k\u00fchleren Klimas<\/h2>\n<p>Die Lage in den Bergen hat einen offensichtlichen Vorteil: Es ist k\u00fchler als im Tiefland. Untersch\u00e4tzt hatten wir allerdings, wie stark die Feuchtigkeit den Alltag in den Innenr\u00e4umen pr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Selbst bei sonnigem Wetter in der Trockenzeit zeigten unsere Messger\u00e4te nicht weniger als etwa 70 Prozent relative Luftfeuchtigkeit an. Werte \u00fcber 80 Prozent waren h\u00e4ufig, und in den Innenr\u00e4umen massen wir regelm\u00e4ssig 85 bis 90 Prozent. Auch Nebel geh\u00f6rt hier zum Alltag.<\/p>\n<p>Diese Zahlen werden schnell sp\u00fcrbar. Kleider und andere Textilien riechen muffig. Matratzen und Rucks\u00e4cke f\u00fchlen sich feucht an. An den W\u00e4nden entstehen Schimmelflecken.<\/p>\n<p>Die k\u00fchleren Temperaturen machen das nicht unbedingt angenehmer. Bei etwa 20 Grad kann sich ein feuchter Pullover \u00fcberraschend kalt anf\u00fchlen. Im Raum ist es zwar nicht heiss, aber richtig trocken wird trotzdem kaum etwas.<\/p>\n<p>Die Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen, war deshalb ein wichtiger Schritt, um das B\u00fcro gut nutzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Wer die Luft trocknen will, muss auch die Spalten schliessen<\/h2>\n<p>Mit einem Luftentfeuchter hatten wir bereits gute Erfahrungen gemacht. Allerdings erw\u00e4rmt er den Raum zus\u00e4tzlich, was in w\u00e4rmeren Phasen unangenehm werden kann.<\/p>\n<p>Die Klimaanlage gab uns eine weitere M\u00f6glichkeit, Feuchtigkeit zu entfernen und gleichzeitig die Temperatur zu regulieren. Bei den ersten Eins\u00e4tzen sank die angezeigte Luftfeuchtigkeit im B\u00fcro teilweise innerhalb von f\u00fcnf bis zehn Minuten von rund 80 auf 45 Prozent. Das war eine erfreuliche erste Beobachtung. Ein Messwert an einer Stelle bedeutet allerdings nicht, dass auch s\u00e4mtliche W\u00e4nde, Textilien und Gegenst\u00e4nde genauso schnell trocken werden.<\/p>\n<p>Mit der Installation r\u00fcckte auch das Geb\u00e4ude selbst in den Fokus.<\/p>\n<p>Durch Spalten rund um die T\u00fcren str\u00f6mte Aussenluft herein, besonders bei Wind. Den Raum zu entfeuchten, w\u00e4hrend st\u00e4ndig neue feuchte Luft nachkommt, h\u00e4tte bedeutet, immer wieder dieselbe Arbeit zu leisten.<\/p>\n<p>Geeignete T\u00fcrl\u00f6sungen und Dichtungen vor Ort zu finden, erwies sich als schwierig. Schliesslich bestellten wir Dichtungen aus Java und verschlossen die unerw\u00fcnschten Spalten.<\/p>\n<p>Klimaanlage und Abdichtung geh\u00f6ren zusammen: Die eine entzieht der Raumluft Feuchtigkeit, die andere begrenzt das unkontrollierte Nachstr\u00f6men feuchter Aussenluft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6836\" src=\"https:\/\/egi.education\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/office-improvement1.webp\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"2124\" srcset=\"https:\/\/egi.education\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/office-improvement1.webp 2000w, https:\/\/egi.education\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/office-improvement1-282x300.webp 282w, https:\/\/egi.education\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/office-improvement1-964x1024.webp 964w, https:\/\/egi.education\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/office-improvement1-768x816.webp 768w, https:\/\/egi.education\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/office-improvement1-1446x1536.webp 1446w, https:\/\/egi.education\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/office-improvement1-1928x2048.webp 1928w\" sizes=\"(max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><\/p>\n<p>An sonnigen Tagen liefern die Solarmodule sogar gen\u00fcgend Strom f\u00fcr die Klimaanlage. Das \u00fcbertraf unsere Erwartungen an eine Anlage, die urspr\u00fcnglich vor allem f\u00fcr die wichtigsten B\u00fcroger\u00e4te gedacht war. Der Batteriespeicher kann die Klimaanlage deshalb nicht unbegrenzt versorgen. Doch wenn gen\u00fcgend Sonnenenergie verf\u00fcgbar ist, k\u00f6nnen wir sie auch f\u00fcr einen angenehmeren Arbeitsplatz nutzen.<\/p>\n<h2>Eine kleine Oase zum Arbeiten<\/h2>\n<p>Die gr\u00f6sste Ver\u00e4nderung ist die Freiheit, einen Arbeitstag planen zu k\u00f6nnen, ohne zuerst \u00fcberlegen zu m\u00fcssen, ob die Infrastruktur mitspielt.<\/p>\n<p>Ein Stromausfall unterbricht die Arbeit nicht mehr automatisch. Eine wichtige Aufgabe im Internet bedeutet nicht mehr, eine Fahrt in die Stadt in Betracht ziehen zu m\u00fcssen. Ich kann dort bleiben, wo das Projekt stattfindet, und mehr Zeit in die eigentliche Arbeit investieren.<\/p>\n<p>Die gesamte Schule ist damit noch nicht unabh\u00e4ngig vom Stromnetz. Doch f\u00fcr das B\u00fcro und seine wichtigsten Ger\u00e4te haben wir eine Unabh\u00e4ngigkeit erreicht, die den Alltag erheblich erleichtert.<\/p>\n<p>Vom Zelt, in dem ich anfangs schlief, bis zum heutigen Arbeitsplatz hat sich unglaublich viel ver\u00e4ndert. An einem Ort, an dem fr\u00fcher schon das Versenden einer Nachricht eine Herausforderung war, ist Schritt f\u00fcr Schritt unsere eigene kleine Arbeitsoase entstanden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher bedeutete wichtige Arbeit oft sechs Stunden Fahrt in die Stadt. Heute machen Solarstrom, Starlink und ein trockenes B\u00fcro vieles vor Ort m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6826,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[52],"tags":[],"class_list":["post-7018","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bau"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/egi.education\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/egi.education\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/egi.education\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/egi.education\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/egi.education\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7018"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/egi.education\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7018\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7019,"href":"https:\/\/egi.education\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7018\/revisions\/7019"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/egi.education\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6826"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/egi.education\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/egi.education\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/egi.education\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}